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Trevize

SP-Schnüffler

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Beitrag 7633359 [Alter Beitrag06. Dezember 2014 um 22:00]

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Wo haben denn nahtlos gezogene Rohre eine Sollbruchstelle? Geschweißte Rohre haben - vielleicht - eine, dann aber an der falschen Stelle. Wenn Motoren platzen, dann sollen sie nach oben oder unten auswerfen, nicht seitlich. Ich denke, es kommt eher auf die Legierung (und die Wärmebehandlung) an.
Grüße,
Hagen
Ulrich

SP-Schnüffler

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Beitrag 7633365 [Alter Beitrag07. Dezember 2014 um 09:55]

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Hey,

was ich meinte, waren tatsächlich gezogene. Insbesondere die, die aus DurAl, welche im Profi-Gewächshausbau Verwendung finden. Die haben herstellungsbedingt meistens eine Längsnut. Meiner Meinung nach ist Dural hochfest und sehr hitzebeständig. Um alle Eventualitäten auszuschließen, würde ich doch auf diese genuteten Rohre setzen. Schweißen? Ich habe mal normales Aluminium hartgelötet. Das war eine ekelhafte Tätigkeit, aber es geht wohl nicht anders. Weitere Verbindungen würde ich rein mechanisch ausführen. Achso: Wenn schon Platzen, dann bitte die Düse wegfliegen lassen. Da hast Du schon recht. Wie sieht es eigentlich in diesem Zusammenhang mit dem Sicherheitskodex aus? Findet der hier noch Relevanz?

Grüße,


Uli
Neil

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Neil

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Beitrag 7633385 [Alter Beitrag10. Dezember 2014 um 10:05]

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Hi Ulrich,

ich weiß was du meinst. diese Rohre findet man auch im Baumarkt und haben von außen gut sichtbare kleine keilförmige längs Rillen. Meist 4 Stück um 90° versetzt. Die würden in der Tat als Bruchstelle her halten.
Kurze Infos zu Alurohre.
Diese werden meist durch Strangguß hergestellt. Flüssiges Aluminium wird durch eine Form gepresst mit der gewünschten Geometrie. In der Form wird das Aluminium hart und kommt dann als z.B. Rundrohr an Ende raus. Anders geht das auch eher nicht.
Stahlrohre werden meist aus einem Blech gewickelt, was dann zu einer Längs- oder Spiralnaht führt. Nach dem schweißen wird das Rohr dann auf das Sollmaß durch eine Schablone gezogen. Das geht dann runter bis auf Injektionsnadelgröße. Auch hier könnte man noch die Schweißnaht sehen (anätzen der Oberfläche und Mikroskop).

Die Last in einem Rohr unter Druck sieht so aus, das die Tangentiale Last (umlaufend um das Rohr) doppelt so hoch ist wie die axiale Last (längs zum Rohr). Daher wird es immer erst seitlich aufplatzen, was man sehr gut an Würstchen sehen kann. Wie Hagen das schon gesagt hat, ist das nicht die sicherste Stelle, da dann die Bruchstücke seitlich herum fliegen.
Was man also macht, ist das Rohr an den Enden so zu schwächen das die Enden abfallen. Dies macht man mit einer tangentialen Nut einmal herum. Hier muss die Nut mehr als die Hälfte der Wandstärke weg nehmen damit das Rohr zuerst dort aufreisst.
Eine andere Möglichkeit wäre das mit der Düse hin zu bekommen. Nimmt man eine Vollgraphitdüse, so kann man die Auflagefläche der Düse so gestalten das bei zu hohem Druck die Düse heraus gedrückt wird. Der große Vorteil hier ist das weiche Graphit. Bei dem Vorgang des heraus drückens bleiben keine großen Stücke übrig. Die kommt quasi als Pulver heraus was sehr gut ist. Wir haben uns diesen Vorgang mal mit einer Highspeed Kamera angeschaut. Es entsteht wirklich eine schwarze Wolke bevor das Treibstoffgrain ausgeworfen wird.
Ob man danach noch den Rest des Motors benutzen kann ist fraglich. Wenn man aber die Festigkeiten geschickt ausgelegt hat, sollte die Düse versagen ohne das alles andere überlastet wurde.

Gruß

Neil

Die Erde ist eine Scheibe. Egal in welche Richtung sich die Menschheit bewegt, sie geht immer auf einen Abgrund zu.


Ulrich

SP-Schnüffler

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Beitrag 7633395 [Alter Beitrag10. Dezember 2014 um 18:56]

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Hallo Neil,

zunächst erstmal Danke für Deine sehr reichhaltigen Infos. Wenn ich das ganze richtig verstehe, sollten wir also doch besser zu nahtlosen Rohren ohne Nut tendieren. Solche zu beschaffen sollte eigentlich auch nicht sooo ein Problem darstellen. Im Schiffszubehöhr sah ich einmal ähnliches. Wie sollte es denn mit der Wandstärke aussehen? Ich halte max. 0,3 mm für ausreichend (?).

Sehr interessant waren auch die Ausführungen über die Stahlrohre, aber die scheiden ja aus bekannten Gründen aus, obwohl sie leichter zu bearbeiten wären.

Was ich Deinen Worten entnehme, ist, zuerst den Druck rechnerisch zu ermitteln und dann das Casing dementsprechend auszulegen. War das korrekt?

Das mit der im Notfall herausfliegenden Düse als Sollbruchstelle war auch eine unserer Überlegungen. Ich bin kein Freund von Schrapnell- Bildung, auch wenn es sich "nur" um Al handelt, vom anzunehmenden Sachschaden oder Personenschaden mal ganz abgesehen. Aber es wäre besser, auch dies zu vermeiden, wie ich es sehe.

Übrigens: Wir haben vielleicht die Möglichkeit, Grains nach Wunsch herstellen zu lassen. Ich habe ja damals in der Kunststoffindustrie gelernt und Kontakte hat man ja noch immer. Mal sehen, was sie sich preislich so vorstellen. Wenn es da was neues gibt, lasse ich das wissen.

Grüße,


Uli


Geändert von Ulrich am 10. Dezember 2014 um 19:02

Ulrich

SP-Schnüffler

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Beitrag 7633399 [Alter Beitrag10. Dezember 2014 um 20:28]

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Achtung, ich schrieb einen Zahlendreher: Ich meinte natürlich 3,0 mm !!

Grüße,


Uli

Geändert von Ulrich am 10. Dezember 2014 um 20:32

FabianH

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FabianH

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Beitrag 7633401 [Alter Beitrag10. Dezember 2014 um 20:57]

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Lässt sich ja berechnen, wenn man die Festigkeiten des Materials kennt. Einen Fixwert für die Wandstärke gibts nicht, je größer der Durchmesser desto größer muss auch die Wandstärke sein.
Pandy

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Pandy

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Beitrag 7641063 [Alter Beitrag22. September 2017 um 08:24]

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Vladimir
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morob

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Beitrag 7641064 [Alter Beitrag22. September 2017 um 08:45]

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ist der hybridmotor eine selbstbau?
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